Geldanlage in Mikrokrediten - Eine Alternative zum Tagesgeld?

Seit vielen Jahren hat sich die Idee der Mikrokredite als Mittel der Entwicklungshilfe bewährt. Für einen Mikrokredit werden kleine Geldsummen bis etwa 1000 Dollar auf Vertrauensbasis in die Arbeitswilligkeit und eine Geschäftsidee vergeben. Sicherheiten sind nicht vorhanden. Seit seiner Einführung wird der Mikrokredit nicht nur von Hilfsorganisationen oder der Entwicklungshilfe von Staaten vergeben, sondern auch von Banken und organisierten Fonds.

Abwandlungen von Mikrokrediten
Die Idee wurde auf westliche Staaten erweitert und dient heutzutage auch als Mikrokredit bis 20000 Euro zur Existenzgründung. Oft ist dies für die Gründung eines Kleinunternehmens die einzige Finanzierungsmöglichkeit. Staatliche Förderprogramme subventionieren teilweise die Zinssätze. Eine weitere Variante für einen Mikrokredit wird auf Kreditbörsen im Internet praktiziert. Kleine Darlehenssummen werden auf viele Geldgeber verteilt, um das hohe Ausfallrisiko zu streuen. Die Kreditnehmer sind durchweg in finanziell problematischen Lagen und zahlen entsprechend hohe Zinsen. Diese liegen deutlich über den Zinsen für Tagesgeld.

Welche Renditen sind mit Mikrokrediten erzielbar?
Mit dem klassischen Mikrokredit der Entwicklungshilfe ist der soziale Gedanke untrennbar verbunden. Hohe Renditen sind daher gar nicht das Anlageziel des Gläubigers. Ausfallrisiken werden über die Fonds oder Banken abgesichert, was die mögliche Rendite schmälert. Sie liegt bei guter Absicherung nicht höher als bei einer normalen Anlage von Tagesgeld. Der Mikrokredit in seiner modernen Form im westlichen Bereich zur Existenzgründung oder Kreditvergabe von privaten Geldgebern an private Schuldner, wirft dagegen deutlich höhere Erträge ab. Ein Mikrokredit zur Existenzgründung kostet etwa 8% - 12% Zinsen für den Kreditnehmer. Kalkuliert der Darlehensgeber eine ausreichende Sicherheit für einen eventuellen Kreditausfall ein, können Renditen von ca. 4% als realistisch angenommen werden. Bei riskanten Projekten oder mangelhafter Streuung des Risikos, kann es aber auch mehr oder weniger sein. Damit schlägt eine Anlage als Mikrokredit das Tagesgeld in der Rendite deutlich.

Das Risiko von Tagesgeld und Mikrokrediten ist extrem unterschiedlich
Der Anleger sollte sich von der hohen Verzinsung nicht blenden lassen. Im Unterschied zum Tagesgeld, wie zum Beispiel bei Moneyou.de, unterliegt der Mikrokredit keiner wirklichen Einlagensicherung. Das Risiko eines Verlustes ist hoch. Tagesgeld ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis zu festgelegten Höchstgrenzen einiger Länder völlig sicher vor Verlust. Im schlechtesten Fall muss der Anleger sich darauf einstellen, seine Ansprüche im Falle einer Bankpleite in der jeweiligen Landessprache geltend zu machen und durchzusetzen. Das Risiko ist also sehr gering. Auch wenn Tagesgeld nur etwa die Inflationsrate erwirtschaftet, ist es als Geldanlage für den sicherheitsbewussten Anleger die bessere Variante. Ein Mikrokredit kann im Extremfall bis zum Totalverlust der Anlagesumme führen. Für Anleger mit Ambitionen auf etwas Nervenkitzel bei einem Teil des angelegten Geldes, kann eine Beteiligung an derartigen Anlagen spannend sein. Eingesetzt werden sollte aber immer nur ein kleiner Vermögensanteil. Eine hohe Risikostreuung auf mehrere Kredite ist unerlässlich. Der Einstieg in die Kreditvergabe ist eher als Investition und nicht als Anlage zu werten.

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